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Herzlich willkommen auf der Website der Briefmarkensammlergemeinschaft Hofgeismar.

Auf den folgenden Seiten wollen wir uns vorstellen und einen kleinen Einblick in unser Vereinsleben geben.


Beleg des Monats

In dem zum Königreich Hannover gehörenden Grenzort Lauenförde an der Weser wurden zum 1. Juni 1840 eine Postspedition für Brief- und Paketpost, sowie ein Relais für die Fahrpost zur Vorhaltung von frischen Pferden für Postkutschen, Couriere und Estafetten-Reiter  eingerichtet.

Als ersten Stempel erhielt die Postspedition in Lauenförde den Einzeiler-Langstempel Typ L1  LAUENFOERDE.  Auf den eingelieferten Briefen wurde dieser Orts-Zeilenstempel abgeschlagen, das Datum wurde jeweils handschriftlich hinter oder unter dem Stempel notiert. Von Beginn im Jahr 1840 bis Ende April 1852 wurde eine schwarze Stempelfarbe verwendet.  Mit Datum vom 23. April verfügte die Post die Lieferung von blauer Stempelfarbe (Cirkular Nr. 220 der General-Post-Direktion Hannover), so dass ab Ende April 1852 nur noch die blaue Stempelfarbe verwendet worden ist.

Im Laufe des Jahres 1852 erhielt die Postspedition in Lauenförde den Großen DOPPELKREISSTEMPEL Typ K2 mit Tages- und Monatsdatum zur Entwertung der Frankatur und zum Abschlag auf dem Brief, denn das täglich im Stempel zu ändernde Briefeinlieferungsdatum sollte gut zu erkennen sein. Mit Einführung des Großen Doppelkreisstempels Typ K 2 wurde der Einzeiler-Langstempel Typ L1 von LAUENFOERDE nur noch als Formularstempel, wie z.B. auf einem Personen-Schein zur Fahrt mit der Postkutsche, verwendet.

Der am 20. Juli 1861 nachmittags mit der Postkutsche von Uslar nach Lauenförde (Personen-Schein Typ 9 mit blauem Formular-Einzeilerstempel von USLAR liegt vor) angereiste Superintendent Dr. Meyer trat am 22. Juli 1861 die Rückreise nach Uslar an.  Die Abfahrt der Postkutsche war morgens um 9 Uhr und 10 Minuten. Herr Dr. Meyer musste für die Fahrt von Lauenförde nach Uslar 26 GuteGroschen bezahlen. Für einen zu der Rückfahrt mitgebrachten 20 Pfund schweren Reisekoffer musste keine Gebühr entrichtet werden, denn eine ‚Bagage bis 30 Pfund‘ war kostenlos.

Der Personen-Schein wurde in der Postspedition Lauenförde mit dem jetzt nur noch als Formularstempel in blauer Stempelfarbe verwendeten Einzeiler-Langstempel Typ L1 von LAUENFOERDE  gestempelt.

Aus dem kleinen hannoverschen Grenzort Lauenförde sind nicht sehr viele Personen mit der Postkutsche abgereist, denn im Juli 1861 wurde immer noch der Personen-Schein Typ 8 mit dem Jahresvordruck 185  verwendet.  Von diesem Reiseschein Typ 8 sind nur noch vier andere Personen-Scheine registriert.  Dieses ist also der bis jetzt einzig bekannte Personen-Schein mit dem zweimal abgeschlagenen Einzeiler-Langstempel L1 von LAUENFOERDE in blauer Farbe.

Auszüge aus den weiteren damals gültigen Reisebestimmungen:

–  Geladene Feuergewehre, leicht entzündbare oder sonstige, die Sicherheit gefährdende Gegenstände, sowie auch Tonnen und Körbe mit Victualien, werden als Reise-Gepäck zur Beförderung nicht angenommen.

–  Der gegenwärtige Personen-Schein ist nur für die in selbigem bezeichnete Person, sowie für denjenigen Cours und Tag gültig, für welchen er ausgefertigt ist.

–  Der Reisende hat sich eine Viertelstunde vor der bestimmten Abgangszeit bei dem Wagen einzufinden. Es wird auf das Eintreffen der am ersten Abfahrts-Orte zu der bestimmten Frist nicht vorhandenen, oder unterwegs sich entfernt habenden Personen, nie gewartet.

–  Trinkgeld ist an die Postillons und Wagenmeister nicht zu entrichten.

–  Kranken und gebrechlichen, imgleichen schmutzigen und schlecht gekleideten Personen, sowie Kindern unter vier Jahren, wird kein Platz im Postwagen eingeräumt.

–  Die Nummern der Plätze werden nach der Reihefolge der Anmeldung bestimmt.

–  Ohne ausdrückliche Erlaubnis der Reise-Gesellschaft ist es Niemanden erlaubt, in dem Postwagen Tabak zu rauchen. Hunde mit in den Wagen zu nehmen, ist, selbst wenn die Reise-Gesellschaft hiezu ihre  Einwilligung ertheilen sollte, durchaus nicht gestattet.